Tuba Sarica
Integration · Islamkritik · Weltgeschehen

18.06.2016

Die Nationalhymne tut dir nichts

Ihr kennt ihn. Den Fremdschämmoment der Kamerafahrt am Anfang jedes Länderspiels, bei dem sich die Jungs "mit Migrationshintergrund" mit Händen und Füßen weigern, die Nationalhymne mitzusingen. So als sei sie eine Naziparole.

Figuren, in die Hoffnung gesteckt wird. Die als Vorbilder für Integration gehandelt werden. Jungs, die vom ganzen Land bejubelt werden. Die für ihre sportliche Leistung die Liebe und das Rückgrat dieses wundervollen Landes genießen. Ist es denn so schwer, die Zähne auseinander zu bekommen, um etwas zurückzugeben? Einen kleinen Beitrag zu leisten, den die Menschen so sehr brauchen? Ist das nicht wichtiger als zu beten?
Ist der Gedanke, es sei den Landsleuten gegenüber eine Respektlosigkeit, für Deutschland zu singen, nicht ziemlich rassistisch? Warum ist es umgekehrt in Ordnung, dem deutschen Zuschauer das Gefühl zuzumuten, er tue etwas Böses, indem er für Deutschland singt? Ihm die Freude zu trüben? Gehört nicht noch mehr zu einem Sportler? Einen Schritt weiterzudenken?
Welche Botschaft kommt bei den vielen jungen Menschen „mit Migrationshintergrund“ an, die ihren Idolen bei diesem verkrampften Moment zuschauen? Die zu ihnen aufschauen und davon träumen, eines Tages so zu sein wie sie. Deutsch gleich böse? Es ist okay, der Deutschenfeindlichkeit meines Kulturkreises nachzugeben? Auch ich muss der Parallelgesellschaft, in der ich lebe, nicht zumuten, dass ich zu Deutschland stehe? Ich muss gar nicht zu Deutschland stehen, Hauptsache ich spiele Fußball?

Die Nationalhymne hat eine turbulente Geschichte. Zumal sie, eben wie die Geschichte Deutschlands, einiges durchleben musste, bis sie ihre heutige Form gefunden hat. Geschrieben als Auflehnung gegen absolutistische Herrschaftsformen und für die Vereinigung aller deutschsprachiger Einzelstaaten, wurde ihre erste Strophe im Zuge des Zweiten Weltkrieges nationalsozialistisch ausgelegt, um dann mit der Gründung der Bundesrepublik, eine neue Chance zu bekommen. Demonstrativ schloss Konrad Adenauer die erste Strophe aus und machte die von den Nationalsozialisten ausgeschlossene dritte Strophe zu der Hymne, die wir heute singen.
Bundespräsident Weizsäcker sagte nach der Wiedervereinigung in diesem Zusammenhang: "Wir wollen in einem vereinten Europa dem Frieden der Welt dienen."

Hier wird also etwas missverstanden: Bei der Nationalhymne handelt es sich um die Nationalhymne der Bundesrepublik Deutschland und nicht um eine Naziparole.
Schon einmal aufmerksam gelesen, die Nationalhymne? Sie enthält kein einziges Wort, vor dem man sich distanzieren muss. In acht Versen steckt alles drin, was ich vergeblich versuche zu sagen:

Einigkeit und Recht und Freiheit
für das deutsche Vaterland!
Danach lasst uns alle streben
brüderlich mit Herz und Hand!
Einigkeit und Recht und Freiheit
sind des Glückes Unterpfand:
Blüh’ im Glanze dieses Glückes,
blühe, deutsches Vaterland!

Ist doch gar nicht böse. So einfach. Und so schön.