Tuba Sarica
Integration · Islamkritik · Weltgeschehen

31.08.2016

Nein zur Burka und nein zum Verbot

Hört bitte auf damit, die Burka zum Symbol für Freiheit zu machen, nur weil es falsch ist, ein Verbot einzuführen.
Die Burka ist etwas Schreckliches. Und trotzdem dürfen wir sie nicht verbieten.


Vorweg sei gesagt, dass der Zusammenhang, in dem wir aktuell die Burka diskutieren, ein völlig falscher ist. Dass sie im Rahmen der inneren Sicherheit zum Thema gemacht wird, zeigt die allgemeine Verwirrung sowohl der Zivilgesellschaft als auch der Politik zum Thema Integration und dem Islam in Europa. Damit wirbt die CSU vielleicht AfD-Wähler ab, stellt aber keine wirkliche Alternative zur Panikmache dar.

Das Gefühl, das wir in Sachen Burka und Burkaverbot haben, ist doch folgendes, und dabei ist es egal, um welche Form der Verhüllung es sich handelt, ob nun Burka, Kopftuch oder Burkini: Sie verängstigt uns oder zumindest empfinden wir sie als sehr absonderlich und befremdlich. Gleichzeitig ist uns mulmig bei dem Gefühl, sie zu verbieten.
Das sind auf den ersten Blick zwei konträre Gegenteile, die uns Angst vor uns selbst machen, weil wir uns in der Entscheidung zwischen dem einen oder dem anderen Extrem sehen. Dabei ist dieses konträre Gefühl genau das richtige. Denn die Antwort liegt wie so oft in der Mitte. Wir als Europäer sind genau das. Uns macht aus, die Antworten in der Mitte zu finden. Dass wir Gegenteile zusammenbringen können.

Wir wollen tolerant sein, was uns ehrt, und das ist auch richtig so und gehört auch zu uns, aber wir machen den Fehler, nur aus Angst, rassistisch zu sein, alle, also auch real gegebene Probleme des muslimischen Kulturkreises nicht ehrlich anzusprechen. Damit blockieren wir aber einen ehrlichen Dialog und wieder kommt es nicht zu den Lösungen, die Menschen brauchen, um nicht in die Fänge der Populisten zu gelangen.
Selbst die ZEIT ONLINE, und ich liebe die ZEIT ONLINE und DIE ZEIT aufgrund ihres Gespürs für relevante Themen sehr, glaubt nun, sich auf eine Seite des zweigleisigen Gefühls schlagen zu müssen und unterstützt mit ihrem Artikel "Die Arroganz der Beleidigten" Muslima in ihrer Entscheidung, sich von der Welt abzuschirmen, in dem Glauben, dass sie damit etwas Gutes tun.
Medienmacher wollen um die Ecke denken und deklarieren die Burka zu einer Art Freiheitssymbol. Das ist falsch. Nur weil es nicht richtig wäre, sie zu verbieten, müssen wir die Verhüllung nicht zum Symbol von Freiheit deklarieren, denn das ist sie nie und nimmer. Das ist ein ehrenwerter Versuch, um die Ecke zu denken. Aber manchmal muss man eben zwei Mal um die Ecke denken.

Die Burka ist die Angst vor Liebe, vor der Sexualität, vor der Weiblichkeit. Sie ist also ein Symbol für die Unterdrückung der schönen Dinge, die uns das Leben schenkt.
Ob man ihn sich nun auf Druck der muslimischen Familie aufsetzt oder sich freiwillig für das Leben in einem goldenen Käfig entscheidet, das sei an dieser Stelle erst einmal dahingestellt.

Ich kann keinen Respekt vor Frauen haben, die ein Kopftuch tragen und ich sage Ihnen warum: Die allerwenigsten dieser Frauen haben jemals den Koran in einer Sprache gelesen, die sie verstehen. Das Praktizieren des Islam über eine Mundpropaganda hat uns dahin geführt, wo wir heute sind: ins Jahrzehnt des islamistischen Terrors. Sei auch das einmal dahingestellt.

Aber wenn eine Frau sich trotz des Unbehagens in der Gesellschaft für das Kopftuch entscheidet bzw. wenn sie sich im Nachhinein nicht dafür entscheidet, es abzulegen, und ich weiß, wie verpönt letzteres in der Parallelgesellschaft ist, dann heißt das für mich, dass dieser Frau eine Regel, von der nicht einmal sicher ist, ob es sie wirklich gibt, mehr wert ist als all' das, was gerade auf dieser Welt passiert und das macht mich wütend und das sollte alle wütend machen dürfen, die sich für die Rechte der Frau und für eine bessere Welt allgemein einsetzen.

Doch kann ich es ihnen verbieten? Nein. Will ich es ihnen verbieten? Auch nicht.

Ich als Türkin bin in der Position, der Feindlichkeit meiner Landsleute gegenüber dem Westen stets entgegenhalten zu müssen.
In Gesprächen mit ihnen über ihre Unterstützung der Formung eines islamistischen Staates mit Erdogan, der keine anderen Religionen akzeptiert, während sie selber sich über das ach so intolerante Europa auslassen, versuche ich sie dazu zu bringen zu sehen, dass sie doch hier in Deutschland ihre Religion ausleben dürfen wie nirgendwo anders. Ich frage sie: Wann habt ihr euch jemals in Deutschland in eurer Religionsausübung einschränken müssen? Die Antwort müsste heißen "nie" und im Umkehrschluss müssten sie erkennen, dass man eine Religion am besten in einem Staat ausleben kann, der zwischen Religion und Staat trennt und sich dies auch für die Türkei wünschen.
Europa muss diesen Menschen ein Vorbild sein, statt ein Feindbild. Ihnen weiterhin zeigen, wie es richtig geht. Gäbe es nun so etwas wie ein Burkaverbot, dann würde dieser Vorbildcharakter Europas zunichte gemacht werden.
Ich könnte nicht mehr sagen: Schau mal, wir Europäer verbieten keine anderen Religionen. So solltet ihr es auch tun. Wir würden kein Vorbild mehr sein. Aber genau das müssen wir sein. Ein Vorbild für andere Länder, in denen es politisch vorgeschrieben ist, wie man zu leben hat.