Tuba Sarica
Integration · Islamkritik · Weltgeschehen

13.08.2016

Meine Landsleute–die Islamisten

Falls Sie noch irritiert darüber sind, was Sie über die Unterstützung ihrer deutschtürkischen Mitmenschen für Recep Tayyip Erdogan denken sollen, aber sich nicht trauen, den Gedanken auszuformulieren. Ja, Sie dürfen es denken: Ihre Mitmenschen unterstützen einen Islamisten.

Die größte ethnische Minderheit in Deutschland unterstützt inbrünstig einen Politiker, der seit über zehn Jahren Stimmung gegen Nichtmuslime macht, vor allem aber gegen Muslime, die den Islam modern ausleben wollen.

Ja, der Deutschtürke von nebenan findet es in Ordnung, dass mit CV-Gas gegen Frauen vorgegangen wird, weil sie gegen die Regierung des Machotums protestieren und dass Männer vor den Augen der Polizei von „gläubigeren“ Bürgern verprügelt werden, weil sie dem Sultan nicht hörig sind.

Ja, der Deutschtürke, der bei jeder sich bietenden Gelegenheit die Nazikeule schwingt, unterstützt und verehrt heute, im 21. Jahrhundert, ein antisemitisches Staatsoberhaupt.
Es ist nicht so, als wüsste er es nicht. Er hat es gesehen, gelesen und gehört. „Israelisches Sperma“, so hat Recep Tayyip Erdogan einen Menschen während seiner Amtszeit in aller Öffentlichkeit beleidigt. Die Kameras waren dabei. Sie wissen es. Aber es ist ihnen egal. Nein, das verdient keine Toleranz.

Auf Twitter hat ein deutschtürkisches Mädel mir auf meine Warnung vor einer türkischen Diktatur geantwortet, das sei „Durchsetzungsvermögen“ und keine Diktatur. Ein in Deutschland geborener, im Herzen Europas zur Schule gegangener junger Mensch hat nie gelernt, was eine Demokratie ausmacht. Er interpretiert eine diktatorische, zutiefst undemokratische Politik als eine Demokratie. Das ist ihre Vorstellung von Rechtsstaatlichkeit. Das ist besorgniserregend.

Nein, ein Land, in dem Journalisten inhaftiert werden, ist keine Demokratie.
Nein, ein Land, in dem Richter inhaftiert werden, ist keine Demokratie.
Nein, ein Land in dem Lehrer inhaftiert werden, ist keine Demokratie.
Das ist alles andere als eine Demokratie.

Nein, Recep Tayyip Erdogan ist kein Demokrat. Recep Tayyip Erdogan ist ein Islamist. Das ist ein Unterschied. Vor seiner Amtszeit hat Erdogan Atatürks Zitat „Die Herrschaft gehört ohne Wenn und Aber dem Volk“ als eine „große Lüge“ bezeichnet. Und den Satz „korrigiert“: Die Herrschaft gehöre nicht dem Volk, sondern Allah.
Eine Demokratie stellt das Volk in den Mittelpunkt. Damit hat er sich eigentlich von vorn herein als Islamist offenbart, was strategisch sehr unklug war. Aber da der Deutschtürke an sich undemokratische, islamistische Denkweisen hat, stört ihn diese Aussage nicht.

Nein, Recep Tayyip Erdogan ist auch noch niederträchtig genug, sich mit den Federn der Demokratie zu schmücken, weil er als offizieller Despot nicht die erwünschte Anerkennung bekommen würde.
Er, der zu Beginn seiner Amtszeit Atatürks Portrait aus dem ihm zur Verfügung gestellten Büro hat abhängen lassen, setzt sich heute, in seinen Kundgebungen gelegentlich vor solch ein von ihm verhasstes Atatürk-Portrait, um nicht aufzufliegen.
Das ist sehr viel Ehrenlosigkeit für eine Gruppe wie die Deutschtürken, die so gerne mit ihrer Ehre prahlt.